Bürgerinitiative RETTET DAS CUX-WATT
Bürgerinitiative RETTET DAS CUX-WATT

Genetischer Fingerprint ad absurdum geführt

Cuxhaven, 30.11.2018

 

Der "genetische Fingerprint" wird immer wieder von den verantwortlichen Politikern und Behördenvertretern hervorgeholt, um zu beweisen, dass die Verklappungen bei Tonne E 3 keine Auswirkungen auf das Duhner Watt hätten. Wir können es nicht oft genug sihagen: Die Studie beweist diese These nicht. Im Gegenteil, in der Studie wurde festgestellt, dass sich Trübstoffe aus der Elbe im Duhner Watt wiederfinden - per genetischen Fingerprint.

 

 

Cuxhaven, 06. Mai 2017

 

Für die in 2016 erteilte Genehmigung Schleswig-Holsteins zur weiteren Entsorgung von Hamburger Hafenschlick bei Tonne E 3 hatte auch das Land Niedersachsen erneut sein Einvernehmen gegeben. Von 2016 an bis zunächst 2021 dürfen 10 Mio. Kubikmeter Hamburger Schlick zwischen Helgoland und Scharhörn verklappt werden. Die Sedimente stammen zu zwei Dritteln aus der Elbe und zu einem Drittel aus dem Hafenbecken und der Hafenzufahrt.

Für das Land Niedersachsens war das Ergebnis einer Untersuchung des Alfred-Wegener-Instituts (AWI-Institut) aus dem Jahr 2011 mit ausschlaggebend für das Einvernehmen zur Fortsetzung der Baggergut-Verklappung vor Helgoland. Die genetischen Fingerprints des AWI-Instituts hätten ergeben, dass kein Zusammenhang zwischen der Sedimentverklappung bei Tonne E 3 und dem Schlick im Duhner Watt hergeleitet werden könne. Wir wollten es genauer wissen und haben das heraus gefunden:

 

Es wurden die Bakteriengemeinschaften im Duhner Watt mit denen der Klappstelle zwischen Helgoland und Scharhörn verglichen. Uns ist aufgefallen, dass zwischen Probenentnahmen und Sediment-Verklappungen kein zeitlicher Zusammenhang besteht.

 

Zitat 1 aus der AWI-Studie:

„Im Zeitraum zwischen Januar und Dezember 2011 wurden im Duhner Watt an insgesamt 4 Stellen insgesamt 126 Proben entnommen und bearbeitet.“ 2013-01-24 AWI Genetische Fingerprints BerichtE32012 Seite 8

 

Zitat 2 aus dem Jahresbericht der HPA:

„Zwischen Frühjahr 2010 und Frühjahr 2012 fanden keine weiteren Verbringungen statt.“ http://www.hamburg-port-authority.de/de/presse/studien-und-berichte/Documents/Jahresbericht%202012%20Tonne%20E3.pdf, Seite 4

 

Im Zeitraum der Probenentnahmen 2011 haben demnach seit über einem Jahr keine Verklappungen mehr bei Tonne E 3 stattgefunden. Bakteriengemeinschaften sind jedoch sehr stark von Temperatur und anderen jahreszeitlich bedingten Faktoren abhängig.

Der viel zitierte genetische Fingerprint als Beweis dafür, dass die Verklappungen bei Tonne E3 in keinem Zusammenhang mit der Wattproblematik in Cuxhaven stünden, ist damit ad absurdum geführt. Es fehlt hier eindeutig der zeitliche Bezug zwischen Verklappungen und der Probenentnahmen. Oder simpel ausgedrückt: Hier wurden Äpfel mit Birnen verglichen.

 


Die gleiche Studie kommt aber auch noch zu einem anderem Ergebnis, das wir als sehr relevant für das Cuxhavener Watt einstufen und das bisher völlig unberücksichtigt blieb. Im gleichen Zeitraum wurden nämlich auch Proben aus der Elbmündung gezogen. Jedes Jahr werden zwischen Cuxhaven und Neuwerk (bei Neuer Lüchtergrund) ca. 6,5 Mio. Kubikmeter Sedimente verklappt. Im Zeitraum 2007 bis 2011 betrug die Gesamtmenge mehr als 21 Mio. Kubikmeter. Bei jedem Verklappungsvorgang bildet sich eine Trübungsfahne, die sich nur langsam absetzt. In der Studie wurden die Seston-Bakteriengemeinschaften aus der Elbe-Trübungszone mit den Schlickproben aus dem Duhner Watt verglichen. Als Seston bezeichnet man die feinen Trübungen der Wassersäule, die nach einer gewissen Zeit absinken. Es ist denkbar, so heißt es in der AWI-Studie, dass das Elb-Seston mit der Strömung zum Duhner Watt transportiert wird und sich dort ablagert. Das sollte mit der Studie untersucht werden. Die AWI-Studie kam 2012 zu dem Ergebnis, dass ein Einfluss des partikulären Material (Seston) der Elbe auf das Ausbilden der Bakteriengemeinschaften im Duhner Watt nahe liegen würde. Wir halten fest: Es gibt einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen den Elbschlick-Verklappungen vor Cuxhaven und den Duhner Schlickfeldern.

Das Ergebnis müsste für das Land Niedersachsen Grund genug sein, die Verklappungen von Hamburger Baggergut (u.a. aus Wedel) nicht länger zu genehmigen.

 

Ein Ende der Verklappungen plus ein Öffnen oder Absinken des Leitdamms sind jetzt geboten, um das einmalige Sandwatt vor Cuxhaven für die nachfolgenden Generationen zu bewahren. Zum Leitdamm (besser „Leid“damm) werden wir in Kürze noch ausführlich berichten.

 

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