Bürgerinitiative RETTET DAS CUX-WATT
Bürgerinitiative RETTET DAS CUX-WATT

Elbvertiefung und die Folgen für das Watt

vom 23. Februar 2017

Im Jahr 2008 wird die Elbvertiefung erstmals für die Verschlickung des Cuxhavener Watts als Ursache genannt. Die Welt/N24 vom 15.07.2008 beruft sich dabei auf ein Papier der Forschungsstelle Küste (NLWKN):

 

"Elbvertiefung offenbar Ursache - Sedimentschichten sind ungewöhnlich dick - Weitere Zunahme befürchtet. Die in diesem Jahr vor Cuxhaven aufgetauchten Schlickfelder sind offenbar auf die Elbvertiefung zurückzuführen. Der Schlickbefall sei keine vorübergehende Erscheinung, sondern Folge eines strukturellen Wandels, heißt es in einem Papier der Forschungsstelle Küste des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), das der Nachrichtenagentur ddp vorliegt."

Quelle: https://www.welt.de/welt_print/article2214651/Schlick-verschmutzt-Wattenmeer-vor-Cuxhaven.html

 

 

Auch die vom WSA Cuxhaven in Auftrag gegebende Systemstudie I gibt einen Hinweis darauf, dass die Aufhöhung (Sedimentation) der Watten größtenteils auf die letzte Elbvertiefung im Jahr 2000 zurück zu führen ist:

 

„Einen großen Anteil an den Volumenzunahmen im Gewässerbereich außerhalb der Fahrrinne haben die im Zuge des Ausbaus angelegten Unterwasserablagerungsflächen sowie die durch Unterhaltung und Ausbau beschickten Umlagerungsstellen, da das anfallende Baggergut innerhalb des Gewässers verbracht wird. … Auch die tendenzielle Aufhöhung des äußeren Ästuarbereiches deckt sich mit der durch die Laserscanbefliegung beobachteten Aufhöhung der Watten in diesem Elbeabschnitt.“

 

Quelle: BfG 2008: WSV-Sedimentmanagement Tideelbe – Strategien und Potenziale – eine Systemstudie. Ökologische Auswirkungen der Umlagerung von Wedeler Baggergut, Untersuchung im Auftrag des Wasser- und Schifffahrtsamtes Cuxhaven. Bundesanstalt für Gewässerkunde – Seite 84

 

Die deutsche Bucht und insbesondere das Wattenmeer dürfen nicht zum Leidtragenden einer verfehlten Wirtschaftspolitik der Länder werden. Hamburg sieht sich insbesondere im Wettbewerb mit Rotterdam, Amsterdem und Wilhelmshaven. Der Hafen Rotterdam ist der mit Abstand größte Tiefwasserhafen Europas und kann von Containerriesen mit 24 Meter Tiefgang befahren werden. Mit diesem Tiefgang wird der Hamburger Hafen niemals mithalten können. Der Hamburger Hafen kann aktuell von Containerriesen mit 15 Metern Tiefgang angelaufen werden. Um wieviel Metern soll die Elbe noch vertieft werden, um von zukünftigen Containerriesen befahrbar zu werden? Und wohin mit all dem Schlick?

 

In einem dynamischen Weltgeschehen kann man nicht davon ausgehen, dass die heutigen Parameter auch noch in einigen Jahren gelten. Es ist möglich, dass die geplante Elbvertiefung nicht ausreichen wird, um von den immer größer werdenden Containerriesen befahren zu werden. Wirtschaftsexperten gehen jedoch von einer entgegen gesetzten Entwicklung aus. Mit foranschreitender Digitalisierung werden weniger TEU (TEU = Maßeinheit für Container) umgeschlagen und in diesem Zuge wieder kleinere Containerschiffe eingesetzt. In beiden Fällen wäre schon die letzte Elbvertiefung, mit ihren unwiderruflichen Folgen für das Ökosystem und den immensen Kosten für den deutschen Steuerzahler, nicht nötig gewesen.

 

Statt die Fahrrinne der Elbe bis zu einem kanalähnlichen Zustand zu vertiefen und dem Fluß die Lebensader zu berauben, wäre es sinnvoller, gemeinsam mit den großen Häfen Nordeuropas eine Koalition einzugehen, welche die Schiffsgrößen begrenzt. Der Hamburger Logistikunternehmer Ulrich Malchow vertritt die Meinung, dass die Elbvertiefung mit einer Hafenkoalition der nordeuropäischen Häfen (Bremerhaven, Antwerpen und Hamburg), die die Schiffsgrößen begrenzt, hätte vermieden werden können und die Elbvertiefung sinnlos sei:

 

"Ich vertrete die Position, dass die grossen Schiffe, für die die Elbe vertieft werden soll, eigentlich schon lange keinen Sinn mehr machen. Weder aus Sicht der Reedereien noch aus Sicht der Verlader und schon gar nicht aus Sicht der Häfen.
Tatsache ist aber nun mal, dass sie  die Standardschiffe im für Hamburg so wichtigen Fernostverkehr sind. Die Riesenpötte sind die Kunden des Hafens. Und so, wie eine Airline sich nicht erlauben kann, zu sagen, übergewichtige Kunden nehmen wir nicht mit, kann das der Hamburger Hafen auch nicht." Quelle: 2017-02-10_Mopo: "Elbvertiefung: Sinnlos, aber notwendig", Seite 4

 

Wirtschaftsexperten kritisieren Hamburgs Hafenpolitik als nicht mehr zeitgemäss. Die Elbvertiefung nütze nur wenigen Grossreedern, während die Kosten den Steuerzahlern aufgebürdet werden. Ohne Hafenkooperation mit dem Jade-Weser Port könnte Hamburg schon bald als Verlierer dastehen.
Ausserdem stellt das Abfertigen der Containerriesen Hamburg auch vor infrastrukturellen Problemen. Zu viele Container, die zur selben Zeit im Hafen ankommen und per LKW ins Landesinnere gebracht werden müssen, verursachen Megastaus auf den Strassen.

Quelle: 2017-02-14_Panorama 3: Irrsinn mit Riesen-Pötten. Ökonomen der OECD warnen vor den "Megafrachtern" und raten Häfen zu Kooperation statt Konkurrenz. Doch trotz neuer Auflagen hält der Hamburger Senat an der Elbvertiefung fest.

 

 

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Bürgerinitiative Rettet das Cux-Watt

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Döser Feldweg 195
27476 Cuxhaven

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Telefon: 04721-39 86 46

mobil: 0177-86 48 396

email: Tanja.Schlampp@wattenmeer-schutz.de

 

Sprecher: Peter Roland
Telefon: 04721-6947780

mobil: 0152-31 75 50 81

email: Peter.Roland@gmx.de

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